Friedrich Gottlieb KLOPSTOCK (1724-1803) poète allemand
L.A.S., Copenhague 23 novembre 1767, [à Élie-Salomon-François Reverdil]; 3 pages in-8; en allemand.
 Belle lettre inédite, au lendemain du renvoi de Reverdil (1732-1808) par son ancien élève Christian VII de son poste de conseiller royal et secrétaire du Cabinet, et alors que Reverdil se prépare à quitter le Danemark pour retourner en Suisse.
 Ich mache mir Vorwürfe, daß ich Sie die lezten Zeiten so selten gesehen habe, und nicht Ihnen, daß Sie nicht noch einen Augenblik zu mir gekommen sind. Sie können von meinem sehr wahrem Antheil an Allem, was Ihnen begegnet ist überzeugt seyn. Wenn ich mich an Ihre Stelle denke, so komme ich mir nicht unglüklich vor. Ich weis auch schon, daß vielleicht nur noch einige Tage fehlen, daß Sie auch sich völlig so vorkommen werden. Ich wünsche sehr, daß Sie in Hamburg ein wenig bey meinen Freunden bleiben. Ich nenne Ihnen vornämlich Alberti und Lessing. Ich würde Ihnen noch mehr nennen, wenn ich nicht von Sturz gehört hätte, daß Sie zu kurze Zeit für Hamburg bestimmten.
 Lassen Sie sich von Alberti erzählen, was er von mir und dem Grundte denkt, wie ernsthaft, oder wie scherzhaft unsere Liebe, oder Zuneigung, oder Freundschaft ist, das allein wird zureichend seyn Sie dahin zubringen, daß Sie von einer Ecke seines Hauses bis zur andern lachen werden. Ich habe mir ferner alle Mühe gegeben, diesen Brief leserlich zu schreiben, allein es soll mir gleichwohl lieb seyn, wenn Sie Ihre Zuflucht zu Alberti nehmen müssen,
um ihn völlig lesen zu können. Denn so bin ich gewiß, daß Sie sich sehen.
 Mit Brandt, mit dem ich in der lezten Zeit ein wenig mir misvergnügt zu müssen seyn Ursach zu haben glaubte, hab ich mich, wegen seiner Begleitung, völlig ausgesöhnt. Wenn sich auch ein wenig Eitelheit eingemischt hätte, genug er hats gut gemacht. Wenn Sie durch Halberstadt reisen müssen Sie notwendig Gleim sehn, in Magdeburg (ich weis nicht, ob er schon in Berlin ist) Bachmann, in Berlin [Karl Wilhelm] Ramler, und in Dresden [Gottl
Live Thursday 26 November 2015・14:00 (Europe/Paris)
Lot no. 155

Friedrich Gottlieb KLOPSTOCK (1724-1803) poète allemand L.A.S., Copenhague 23 novembre 1767, [à Élie-Salomon-François Reverdil]; 3 pages in-8; en allemand. Belle lettre inédite, au lendemain du renvoi de Reverdil (1732-1808) par son ancien élève Christian VII de son poste de conseiller royal et secrétaire du Cabinet, et alors que Reverdil se prépare à quitter le Danemark pour retourner en Suisse. Ich mache mir Vorwürfe, daß ich Sie die lezten Zeiten so selten gesehen habe, und nicht Ihnen, daß Sie nicht noch einen Augenblik zu mir gekommen sind. Sie können von meinem sehr wahrem Antheil an Allem, was Ihnen begegnet ist überzeugt seyn. Wenn ich mich an Ihre Stelle denke, so komme ich mir nicht unglüklich vor. Ich weis auch schon, daß vielleicht nur noch einige Tage fehlen, daß Sie auch sich völlig so vorkommen werden. Ich wünsche sehr, daß Sie in Hamburg ein wenig bey meinen Freunden bleiben. Ich nenne Ihnen vornämlich Alberti und Lessing. Ich würde Ihnen noch mehr nennen, wenn ich nicht von Sturz gehört hätte, daß Sie zu kurze Zeit für Hamburg bestimmten. Lassen Sie sich von Alberti erzählen, was er von mir und dem Grundte denkt, wie ernsthaft, oder wie scherzhaft unsere Liebe, oder Zuneigung, oder Freundschaft ist, das allein wird zureichend seyn Sie dahin zubringen, daß Sie von einer Ecke seines Hauses bis zur andern lachen werden. Ich habe mir ferner alle Mühe gegeben, diesen Brief leserlich zu schreiben, allein es soll mir gleichwohl lieb seyn, wenn Sie Ihre Zuflucht zu Alberti nehmen müssen, um ihn völlig lesen zu können. Denn so bin ich gewiß, daß Sie sich sehen. Mit Brandt, mit dem ich in der lezten Zeit ein wenig mir misvergnügt zu müssen seyn Ursach zu haben glaubte, hab ich mich, wegen seiner Begleitung, völlig ausgesöhnt. Wenn sich auch ein wenig Eitelheit eingemischt hätte, genug er hats gut gemacht. Wenn Sie durch Halberstadt reisen müssen Sie notwendig Gleim sehn, in Magdeburg (ich weis nicht, ob er schon in Berlin ist) Bachmann, in Berlin [Karl Wilhelm] Ramler, und in Dresden [Gottl

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Friedrich Gottlieb KLOPSTOCK (1724-1803) poète allemand L.A.S., Copenhague 23 novembre 1767, [à Élie-Salomon-François Reverdil]; 3 pages in-8; en allemand. Belle lettre inédite, au lendemain du renvoi de Reverdil (1732-1808) par son ancien élève Christian VII de son poste de conseiller royal et secrétaire du Cabinet, et alors que Reverdil se prépare à quitter le Danemark pour retourner en Suisse. Ich mache mir Vorwürfe, daß ich Sie die lezten Zeiten so selten gesehen habe, und nicht Ihnen, daß Sie nicht noch einen Augenblik zu mir gekommen sind. Sie können von meinem sehr wahrem Antheil an Allem, was Ihnen begegnet ist überzeugt seyn. Wenn ich mich an Ihre Stelle denke, so komme ich mir nicht unglüklich vor. Ich weis auch schon, daß vielleicht nur noch einige Tage fehlen, daß Sie auch sich völlig so vorkommen werden. Ich wünsche sehr, daß Sie in Hamburg ein wenig bey meinen Freunden bleiben. Ich nenne Ihnen vornämlich Alberti und Lessing. Ich würde Ihnen noch mehr nennen, wenn ich nicht von Sturz gehört hätte, daß Sie zu kurze Zeit für Hamburg bestimmten. Lassen Sie sich von Alberti erzählen, was er von mir und dem Grundte denkt, wie ernsthaft, oder wie scherzhaft unsere Liebe, oder Zuneigung, oder Freundschaft ist, das allein wird zureichend seyn Sie dahin zubringen, daß Sie von einer Ecke seines Hauses bis zur andern lachen werden. Ich habe mir ferner alle Mühe gegeben, diesen Brief leserlich zu schreiben, allein es soll mir gleichwohl lieb seyn, wenn Sie Ihre Zuflucht zu Alberti nehmen müssen, um ihn völlig lesen zu können. Denn so bin ich gewiß, daß Sie sich sehen. Mit Brandt, mit dem ich in der lezten Zeit ein wenig mir misvergnügt zu müssen seyn Ursach zu haben glaubte, hab ich mich, wegen seiner Begleitung, völlig ausgesöhnt. Wenn sich auch ein wenig Eitelheit eingemischt hätte, genug er hats gut gemacht. Wenn Sie durch Halberstadt reisen müssen Sie notwendig Gleim sehn, in Magdeburg (ich weis nicht, ob er schon in Berlin ist) Bachmann, in Berlin [Karl Wilhelm] Ramler, und in Dresden [Gottl
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